Montessori-Pädagogik

Wie schon einige Denker vor und viele nach ihr, vertrat Maria Montessori die Ansicht:

„was Kinder betrifft, betrifft die Menschheit“

(aus M. Montessori: „Dem Leben helfen.“, S. 81).

Das 20. Jahrhundert wurde als das Jahrhundert des Kindes ausgerufen. Leidenschaftlich setzte sie sich für die Rechte der Kinder ein. Ihr Vorbild war: das Kind.

Sie wurde 1870 in Chiaravalle bei Ancona geboren und promovierte als erste Frau Italiens in Medizin. In ihrer anschließenden Arbeit an der psychiatrischen Klinik in Rom mit behinderten Kindern begann sie konkretes Lernmaterial zu entwickeln. Die dabei erzielten Erfolge weckten in ihr den Gedanken, dass diese Materialien bei normal begabten Kindern genauso funktionierten müssten. Um das auszuprobieren, nahm sie 1907 das Angebot an, in einer Arbeitersiedlung eine Kinderbetreuungseinrichtung zu eröffnen. Durch die Beobachtung der Kinder wurde ihr immer klarer, dass die Lernschritte der Kinder einem inneren Bedürfnis folgen, dass, wenn es ungestört blieb und klug ausgewählte Anregungen bekam, zu beeindruckenden Ergebnissen führte. Ihr Kinderhaus wurde rasch berühmt und Maria Montessori wurde zu zahlreichen Vortragsreisen eingeladen. Viele Kindergärten und Schulen in ganz Europa begannen ihr pädagogisches Konzept nach den Richtlinien der Montessori-Pädagogik umzustellen.

Das Montessori-Material nimmt einen wichtigen Stellenwert in unserem Alltag ein und ist vielen inzwischen bekannt. Es ist ein „Mit-Erzieher“, denn es steht den Kindern jederzeit zur freien Wahl bereit und macht das Kind, durch seinen meist selbsterklärenden Charakter, unabhängig vom Erwachsenen.

Das von Maria Montessori entwickelte Material wird eingeordnet in

1.„Material zu den Übungen des praktischen Lebens“

2.„Sinnesmaterial“

3.„Mathematikmaterial“

4.„Sprachmaterial“

5.„Kosmische Erziehung“

Durch manuelle Tätigkeit, Wiederholungen und Sinneserfahrung bewirken Montessori-Materialien eine geistige Entwicklung der Kinder. Sie haben die Möglichkeit, mit den aufeinander aufbauenden oder zumindest aufeinander bezogenen Materialien selbständig, allein oder mit anderen zu arbeiten. Durch eine im Material liegende Fehlerkontrolle kann das Kind sich selbst korrigieren. Der Umgang mit dem Material schult die Sinne und hilft dem Kind, logische Zusammenhänge zu verstehen, da es in sich schlüssig aufgebaut ist. Indem eine Eigenschaft isoliert wird, wird die Aufmerksamkeit auf diese gelenkt und konzentriert. Hat das Kind die Erkenntnis einer bestimmten Eigenschaft gewonnen, kann es diese Erfahrung in seinem Alltag umsetzen. Über sie erschließt sich das Kind seine Welt, daher bezeichnet Montessori ihre Materialien auch als einen „Schlüssel zur Welt“.

 

Die Pädagogik von Maria Montessori auf die Materialien zu reduzieren, wäre nicht nur fatal, sondern verantwortungslos gegenüber dem Kind. Neben der erzieherischen Umgebung und dem geeigneten Entwicklungsmaterial ist die ErzieherIn der dritte entscheidende Faktor in dem didaktisch-methodischen Konzept Maria Montessoris. Geduld, Einfühlungsvermögen, Sachverstand, natürliche Autorität, Flexibilität, Selbstdisziplin, Humor, Phantasie, Achtung vor dem Kind sind Eigenschaften, über die sie verfügen sollte.

Vor allem muss die Montessori-PädagogIn Kinder lieben!

Neben der erzieherischen Umgebung und dem geeigneten Entwicklungsmaterial ist die ErzieherIn der dritte entscheidende Faktor in dem didaktisch-methodischen Konzept Maria Montessoris. Geduld, Einfühlungsvermögen, Sachverstand, natürliche Autorität, Flexibilität, Selbstdisziplin, Humor, Phantasie, Achtung vor dem Kind sind Eigenschaften, über die sie verfügen sollte.

Eine ihrer wichtigsten Eigenschaften soll die der „Demut“ sein, ein für unsere Ohren altertümliches, überholtes Wort. Damit ist der Respekt vor den inneren Entwicklungskräften der kindlichen Natur gemeint, und die PädagogIn soll wissen, dass das Entscheidende im Erziehungsprozess nicht von ihr, sondern von dem Kind kommt. Ihre Aufgabe ist es daher, dieser Selbstentwicklung hilfreich beizustehen.

Hierfür benötigt sie eine wissenschaftlich geschulte Beobachtungsmethode, die sie befähigt, Kinder sensibel und genau zu beobachten, um zu erkennen, wann ein Kind auf dem Weg zur „Normalisierung“ (in seinem Gleichgewicht) ist, und was es hierfür gerade braucht. Sie muss über Kenntnisse der richtigen Erziehungsmethode verfügen, eigene praktische Erfahrungen gesammelt haben, damit sie in ihrem Verhalten der Notwendigkeit jedem einzelnen Kind gegenüber, flexibel agieren kann.

Der dritte Punkt in der Ausbildung der ErzieherIn ist, neben Beobachtungsfähigkeit und Erziehungsmethode, schließlich die Selbsterziehung der PädagogIn.

Gerade weil von ihr „Demut“, „Geduld“ und „Passivität gefordert wird, muss die Erziehern sich selbst bilden. Passivität bedeutet nicht, nichts zu tun, sondern sie verlangt eine bewusst gesteuerte Zügelung des Erwachsenenverhaltens. Diese Fähigkeit benötigt eine Vorbereitung, die den Erwachsenen lehrt, von seinem Egozentrismus abzurücken. Sie hat stets die Gruppe im Blick und ein wachsames Auge auf das einzelne Kind, damit sie erkennt, welches Kind was braucht, um zur „Polarisation der Aufmerksamkeit“ zu gelangen.

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