Naturpädagogik

„Keine Beschreibung, kein Bild, kein Buch kann das wirkliche Sehen der Bäume mit dem ganzen

Leben, das sich um sie herum im ganzen Wald abspielt, ersetzen. Die Bäume strömen etwas aus,

was zur Seele spricht, etwas, was kein Buch und kein Museum vermitteln kann.“( aus M.

Montessori: „Kosmische Erziehung“, S. 114)

Die Kosmische Erziehung findet konkrete Anwendung unserem täglichen Spiel im Garten, im Hof oder um den angrenzenden Schwabing See, sowie in unserem 1x wöchentlich stattfindenden Waldtag. So heißen ihre Themen „Unsere Welt“, „Tag und Nacht“, „Jahreszeiten“, „Woher kommt das Wetter“, „Planeten“, „Bodenschätze“, „unsere Tiere und Pflanzen“, „Mechanik“, „Magnetismus“, „Strom“, „Erdgeschichte“ usw.

Es geht also um umfassendes, tiefgreifendes Wissen, es geht um naturwissenschaftliche, geschichtliche, philosophische, ethische und religiöse Fragen.

Nirgendwo besser als in der Natur selbst lassen sich diese Zusammenhänge erforschen und begreifbar machen. Unsere Aufgabe als Erwachsene besteht im Wesentlichen darin, den Kindern die Erlebnisräume der Natur zugänglich zu machen. Durch unsere Waldwochen und Waldtage, an denen wir die gesamte Kindergartenzeit draußen verbringen, unterstützen wir die Kinder darin, ihren Platz im Ganzen, in der Welt zu finden. Der Wald kommt dem Wunsch der Kinder nach Geheimnissen, Abenteuer und Versteckspiel sehr entgegen. Er bietet einen schier unerschöpflichen Raum für Erlebnisse, fördert Kreativität, Phantasie und Forschergeist der Kinder. Wir erleben den Jahreslauf der Natur mit ihren Elementen hautnah mit. Schräge Ebenen, unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten, verschiedene Höhen, natürliche Möglichkeiten zum Klettern, Schaukeln, Wippen und Balancieren machen den Wald zu einem reichen Forschungsfeld für die Kinder.

Ohne Spielzeug findet unter den Kindern eine andere Kommunikation statt. Beim großräumigen Bauen mit selbst herbeigeschafftem Material erleben sie sich als richtige „Baumeister“. Sie schnitzen oder bauen Tipis. Sie freuen sich, wenn sie ihre Bauten beim nächsten Waldbesuch wiederfinden. Sie lernen, sich zu orientieren, passend zu den Orten erfinden sie ihre „Waldgeschichten“ und Rituale.

Immer wieder entdecken sie neue Pflanzen und Bäume. In unserem Garten setzt sich dieser Prozess auf kleinerem Raum fort. Hier kann man auch mit Naturmaterial bauen, Vögel beobachten, bekannte Pflanzen wiederfinden oder sie selber anbauen und pflegen. Durch das hautnahe Erfahren und Erleben der Natur und ihrer Gesetzmäßigkeiten, erweitern Kinder ihr Wissen und lernen die Welt kennen. Sie erleben sich als Teil derselben. Wenn ich ein Teil des Ganzen bin, dann hat auch mein Handeln Folgen für das Ganze, ich habe also eine Verantwortung in der Welt. Sie beginnen, zu schützen, was sie kennen.

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