Unser Menschenbild - Unser Bild vom Kind

„Nur aus der Kindheit entsteht der Mensch.“

(aus M. Montessori: „Dem Leben helfen.“, S.80)

 

Eltern wünschen sich für ihre Kinder eine möglichst unbeschwerte und erfüllte Kindheit.
Sie sollen in Frieden und Freiheit aufwachsen und sich ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten entsprechend entwickeln und entfalten können. Mit der Bitte um Unterstützung dieses Wunsches treten beinahe alle Eltern an uns heran.

Unser Bild vom Kind basiert auf dem Verständnis der Dr. Maria Montessori, das jedem Kind das Recht auf eine bedingungslose Annahme, ohne Ansehen seiner Person, Herkunft oder Religion, zuspricht und jedem Kind/ Menschen mit Liebe und Achtung begegnet. Bei der Entwicklung des Kindes spricht sie von einer geheimnisvollen Aufgabe - einem inneren Bauplan - die jeder neugeborene Mensch in sich trägt und die zur Verwirklichung drängt. Demzufolge ist das Kind von Geburt an ein kompetenter Mensch und soll seinem Entwicklungsstand, seinen Begabungen, Talenten und Persönlichkeitsmerkmalen entsprechend, seine Bildung und die Entfaltung seines Selbst, aktiv mit gestalten dürfen. Der Mensch ist auf Selbstbestimmung und Selbständigkeit ausgelegt und unterscheidet sich durch seine Persönlichkeit und Einzigartigkeit von seinen Mitmenschen. Zu seiner eigenen Zeit eignet sich das Kind Fähigkeiten und Fertigkeiten an, die es für seine Entwicklung braucht.

Unser Hauptanliegen dabei ist, die Entwicklungsschritte der Kinder, die sich als Bedürfnisse in den jeweiligen „sensiblen Phasen“ zeigen, zu beachten und eine Grundlage zu schaffen, die es dem Kind ermöglicht sich zu bilden. Innerhalb der jeweiligen Phase zeigt das Kind großes Interesse für eine Sache oder einen Gegenstand, ist hochmotiviert und konzentriert bei der Sache. Ist das Bedürfnis des Kindes befriedigt, kann es sich neuen Aufgaben zuwenden, die seinem Entwicklungsstand entsprechen. Die Neugier an seiner Um-Welt ist der Motor, der ihn antreibt. Es orientiert sich zunächst an den Eltern und nächsten Bezugspersonen, wie Geschwister, Großeltern. Später erweitert sich der Kreis der Bezugspersonen um die ErzieherInnen und LehrerInnen. Das Kind wächst und entwickelt sich über seine Neugier, indem es Menschen um sich herum beobachtet und nachahmt: in seinen Bewegungen, seiner Sprache und seinem Verhalten. Und doch ist es stets eine vom Kind individuell hervorgebrachte Tätigkeit und sein eigener Erwerb, versehen mit seinem persönlichen „Fingerabdruck“. Niemand lehrt es das Gehen, das Sprechen, das Denken oder das Fühlen. Das lernt das Kind aus sich heraus, an der Orientierung seinesgleichen und der Um-Welt.

Um diese gesunde Neugier zu befriedigen, ist es die obliegende Aufgabe der Erwachsenen - und in unserem Fall der PädagogInnen - jedes Kind, im Sinne der Inklusion und Teilhabe, in seiner Einzigartigkeit anzunehmen und ihm Chancen zur Mitgestaltung seines Lernumfelds zu gewähren und zugleich Möglichkeiten schaffen, sich an allen ihn betreffenden Entscheidungen zu beteiligen. Schon vor beinah hundert Jahren forderte Maria Montessori, was heute in der UN Kinderrechtskonvention verankert ist. Nach jahrelanger genauer Beobachtung der Kinder, entdeckte Montessori, welches friedlich demokratische Potenzial in den Kindern steckt, wenn man sie ernst nimmt und als vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft/ Welt akzeptiert. In ihrer Niederschrift zur „kosmischen Erziehung“ und dem „Erdkinderplan“ hat sie konkrete Ansätze hierzu erarbeitet. Dieses Recht anzuerkennen und für seine Umsetzung im Alltag der Kinder Sorge zu tragen, ist uns ein Herzensanliegen.

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